Georges Brassens
(1921-1981)
Georges Brassens (1921-1981)

»Noch vor dem ersten Schrei des Paters
Bestiefelte ich dreist

Seinen Arsch im Namen des Vaters,,
Des Sohn's, des Heil'gen Geists!«
(Großvater)
Ich kann die Christen nicht verstehen. Sie haben das Evangelium und leben das Evangelium nicht. Ich selbst, ich würde nie bewusst Böses tun. Wie ist es möglich, dass Leute, die besser unterrichtet sind als ich, die die Geschehnisse seit 1914 gesehen haben, so lange gebraucht haben, um wirklich gegen den Krieg zu sein? Niemals hätten Christen Waffen ergreifen dürfen, auch nicht mit Weihwasser besprenkelte Waffen, das kann ich nicht akzeptieren.
    Mein Lieblingsdichter ist Christus, wenn man davon ausgeht, dass Christus existiert hat und dass er die Evangelien angeregt hat: Das ist mein Lieblingsgedicht. Wenn in meinen Liedern, in meinen Zeilen Mystisches vorkommt, kommt das daher, dass ich aus diesem berühmten Dichter geschöpft habe. Valéry hat gesagt, ein Gedicht hat einen Wert an sich, aber auch den Wert, das es durch denjenigen erhält, der es aufnimmt, der es liest, der es singt, der es liebt. Es ist also gut möglich, dass ich an der Lektüre des Evangeliums mein Scherflein  beigetragen, meinen Anteil geleistet habe.
    Ich brauche keinen großen Bruder da oben, der mich behütet und mir seine Gesetze diktiert. Im Moment gehe ich meinen Weg, ohne den Anderen zu sehr auf die Nerven zu gehen. Ob ich eine religiöse Besorgnis hege? Ja, die Besorgnis, keine zu haben. Es ist schwierig, wirklich ganz allein zu leben. Natürlich: Alle sind allein, das ist bekannt. Es gibt nicht zwei Wesen auf der Erde, die beieinander sind. Aber ganz allein ohne Gott, das ist noch schlimmer. Wenn man einen Gott hat, hat man auch immer eine Zuflucht. Ich selbst habe das nicht. Dann hat man nur sich selbst gegenüber Rechenschaft abzulegen und das ist schmerzhaft ...«

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