Georges Brassens
(1921-1981)
Georges Brassens (1921-1981)

Aber es fehlt zur letzten Klasse 
In meiner Grabsteinsammlung mir

Ein Grab im Friedhof Montparnasse:
Nur'n Steinwurf weit vor meiner Tür...
(Die Friedhofsballade)
»Wissen Sie, man braucht nur irgendeinen Dichter herzunehmen... Wir haben vorhin von Baudelaire gesprochen. Man braucht zum Beispiel nur Beaudelaire herzunehmen, oder Hugo, und merkt, dass fast auf jeder dritten oder vierten Seite, in jedem dritten oder vierten Stück, der Tod das Thema ist. Bei allen Dichtern. Bei Verlaine, bei Valéry... Bei allen Dichtern wird viel vom Tod geredet. Ich bin kein Dichter; dass wir uns recht verstehen. Aber ich will sagen, dass die Leute, die ich gelesen habe, viel vom Tod geredet haben. Also habe ich mir gesagt: Schau, das ist ein Thema wie jedes andere...

Ich glaube, ich spreche vom Tod, weil einige Dichter, die ich sehr mag, viel über den Tod gesprochen haben, insbesondere Villon. Ich bin nicht Villon und habe bei weitem nicht sein Talent, aber ich habe Villon in mich aufgenommen und der Tod ist mir durch ihn vertraut geworden. Und jetzt weiß ich nicht mehr, wenn ich vom Tod rede, ob es mein Tod ist. Wenn nicht vom Tod, wovon sonst wollen Sie sprechen? Es gibt nicht unendlich viele Themen. Alle Dichter haben vom Tod gesprochen. Warum sollten die Chansonniers es den Dichtern nicht gleich tun? Wenn man mir vorgehalten hat, ich rede viel zu viel vom Tod, so doch nur, weil ich auf der Bühne im Konzertsaal vom Tod rede, weil ich durch das Radio komme, was bis dahin nicht üblich war. Wenn man aber bei Baudelaire nachschlägt, wird man sehen, dass er auf jeder Seite davon spricht. Victor Hugo spricht nur davon. Tristan Bernard sprach viel vom Tod.«

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